Die eigentliche Gründung des Familienunternehmens Albin Preißler datiert auf das Jahr 1919. Schon fünf Generationen vorher sollte die Familiengeschichte den über Jahrhunderte gebräuchlichen Beinamen "Berliner" erhalten. Er ist bis heute noch im Volksmund beibehalten worden.
Friedrich Fürchtegott Preißler (genannt der Berliner) geboren 1804 zu Heidelberg, war Landwirt und erwarb eine kleine Landwirtschaft in Oberheidelberg. Vor ca. 160 Jahren entschloss er sich, seinen Beruf als Land- und Frachtfuhrmann zu erweitern. Er kaufte sich 4 Pferde, dazu einen großen Frachtwagen und fuhr über Freiberg und Dresden nach Berlin. Mit seinem Sohn Heinrich war er etwa 6 Wochen unterwegs. Sie transportierten Material- und Holzwaren sowie Lebensmittel.
Hugo Albin Preißler
Die erste Etappe endete am Freiberger Untermarkt, unweit vom Dom. Im Hof des Gasthauses "Goldene Pforte" wurden seine Pferde am Brunnen getränkt und gefüttert. An seiner Seite sitzt der treue Wegbegleiter, sein Hund, ein weißer Spitz. Kunstmaler Eichhorn malte die Rast. Er nannte sein Werk, ein Ölgemälde, "Verdiente Ruhe".
Durch familiäre Schicksalsschläge und einen Unfall des Gespanns an der "Binge" in Seiffen musste er das Fuhrunternehmen aufgeben.
Sein Enkel Hugo Albin Preißler, geboren 1883 zu Heidelberg, erlernte den Beruf des Drechslers in der Leuchtenfabrik Zimmermann & Co. in Deutschkatharinenberg. Dort arbeitete er bis zum Beginn des ersten Weltkrieges als Werkmeister.
Auf Grund seiner Kriegsverletzung konnte er seinen Beruf nicht mehr ausüben und machte sich daraufhin 1919 mit seiner Ehefrau Frieda selbständig. Er baute sich selbst Werkbänke, an denen er seine Arbeit sitzend ausführen konnte. 1932 kaufte er das Grundstück in Heidelberg, Hauptstraße 187, welches er ein Jahr später bezog. In den Anfangsjahren seiner Gewerbetätigkeit produzierte er vorwiegend kleine Holzbehälter für die pharmazeutische Industrie in Hamburg, stellte Fotoständer und andere Gebrauchsgegenstände her.
"Verdiente Ruhe" Ölgemälde von Eichhorn
Das Sortiment wurde durch verschiedenartige Leuchter ergänzt. Sein Sohn Albin Rudolph Preißler erlernte im elterlichen Betrieb den Beruf des Drechslers, besuchte die Gewerbeschule in Seiffen und legte 1949 die Prüfung des Drechslermeisters ab.
Grundstück um 1933
Mit seiner Ehefrau Brundhilde übernahm er 1953 den Handwerksbetrieb. In den folgenden Jahren erweiterte er das erzgebirgische Kunsthandwerk. Es wurden weihnachtliche Artikel, vor allem Adventsleuchter und Christbaumschmuck, gefertigt.
Tochter Steffi und Ehemann Hartmut Bauer führen seit 1991 das Unternehmen weiter. Die traditionelle Herstellung von Adventsleuchtern, Pyramiden, Schwibbögen, Krippen und Christbaumschmuck wird in Form und Farbe weiterhin in dritter Generation gepflegt. Neuheiten werden in eigener Entwicklung in unserem Familienunternehmen verwirklicht.


